Finde die perfekte Schrift für Dein Branding
Schrift ist unsichtbar – und doch überall. Sie bestimmt, wie ein Text wirkt, noch bevor wir ein einziges Wort lesen. Die passende Schriftart finden ist wichtig, denn sie kann Vertrauen schaffen, Emotionen wecken und Wiedererkennung fördern. Und die falsche? Lässt Dein Business schnell unprofessionell oder beliebig wirken.
Zeit also, sich dieses Branding-Elements bewusst zu werden. In diesem Artikel erfährst Du:
✓ Welche Schriftarten es gibt – und welche Wirkung sie haben
✓ Wie Du die passende Schriftart finden kannst, die Deine Botschaft und Marke stützt
✓ Wie Du Schriften kombinieren kannst, ohne dass Dein Branding chaotisch wirkt
Inhalt
Welche Schriftart welche Wirkung hat
Serifen-Schriften: vertrauenswürdig & klassisch
Slab Serif: kraftvoll & selbstbewusst
Seifendose Schriften (Sand-Serif): modern & klar
Monospace: präzise & technisch
Schreibschriften: elegant & persönlich
Display Fonts: kreativ & charakterstark
So findest Du Deine passende Schrift
Wie Schrift Deine Marke prägt
Jede Marke hat eine Stimme. Und diese Stimme wird nicht nur durch Worte transportiert, sondern auch durch Schrift. Sie kann laut oder leise sein, modern oder klassisch, spielerisch oder streng.
Denn genau wie Farben oder Formen beeinflusst Typografie unbewusst unsere Wahrnehmung. Ein Finanzunternehmen mit Comic Sans? Ein absolutes No-Go. Eine High-Fashion-Brand mit Times New Roman? Unglaubwürdig.
Deine Schriftart sollte das ausstrahlen, wofür Deine Marke steht.
Erfahre hier, wie Du die für Dich passende Schriftart findest.
Welche Schriftart welche Wirkung hat
Ganz allgemein lässt sich sagen: Je größer die Schrift, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt sie – ganz automatisch.
Eine kleine Typo hingegen vermittelt den Eindruck von Intimität und Exklusivität. Hier spielt auch der Weißraum – also die leere Fläche um den Text herum – eine große Rolle.
Je fetter, massiver eine Schriftart ist, desto stärker und selbstbewusster wirkt sie.
Feine, leichte Schriften vermitteln Eleganz und Zartheit.
Diese Unterschiede formen den Charakter Deines Designs – ob bewusst oder unbewusst. Deshalb ist es so wichtig, dass Du Deine passende Schriftart findest.
Serifen-Schriften: Vertrauenswürdig & Klassisch
Serifen sind die kleinen „Füßchen“ an den Buchstaben. Sie vermitteln Eleganz, Beständigkeit und Professionalität. Außerdem bilden sie eine optische Linie, die das Lesen erleichtert. Perfekt für Marken, die Tradition und Seriosität ausstrahlen möchten.

Steht für:
Sicherheit, Vertrauen, Erfahrung, Tradition
Wirkung:
professionell, seriös, intellektuell, elegant
Ideal für:
Anwaltskanzleien, Nachrichten, Luxusmarken
Slab Serif: Kraftvoll & Selbstbewusst

Die moderne, kraftvolle Schwester der klassischen Serifen-Schriften: die Egyptienne. Slabs sind dicke, blockartige Serifen. Das verleiht eine stabile, maskuline und markante Ausstrahlung.
Steht für:
Stärke, Stabilität, Energie, Präzision
Wirkung:
beständig, maskulin, markant, autoritär
Ideal für:
Elektronikunternehmen, Magazine, Marken mit starker Persönlichkeit
Serifenlose Schriften (Sans-Serif): Modern & Klar
Sans-Serif-Schriften sind reduziert und minimalistisch. Sie haben keine Füßchen und wirken dadurch zeitlos, modern und freundlich.

Steht für:
Sicherheit, Klarheit, Struktur, Innovation
Wirkung:
fortschrittlich, offen, minimalistisch, freundlich
Ideal für:
Tech-Unternehmen, Social-Media-Content, Websites
Monospace: Präzise & Technisch

Jeder Buchstabe bzw. jedes Zeichen nimmt gleich viel Platz ein. Das sorgt für einen strukturierten, nüchternen Look, der vor allem in der Tech- und Coding-Welt beliebt ist. Allerdings wird dadurch der Lesefluss holprig.
Steht für:
Technologie, Wissen, Programmierung
Wirkung:
minimalistisch, retro, technisch, schlicht
Ideal für:
Programmierung, Tech-Start-ups, Coding-Plattformen
Schreibschriften: Elegant & Persönlich
Scripts beruhen auf einer kalligrafischen Formgebung. Sie eignen sich nicht als Leseschrift für Fließtexte, da sie oft ungewohnte Elemente enthalten. Es sind also Zierschriften für Headlines etc.

Steht für:
Verführung, Romantik, Faszination, Luxus
Wirkung:
elegant, klassisch, formal
Ideal für:
Luxushotels, Spitzenrestaurants

Handletter imitieren Handschriften, also manuell erstellte Texte. Ihre Wirkung ist damit so vielfältig wie die Bandbreite der verfügbaren Schriftarten. Spüre in Dich hinein, welche Typo und Ausstrahlung passt zu Dir und Deiner Marke?
Steht für:
Vergnügen, Freiheit, Selbstvertrauen, Kreativität
Wirkung:
informell, persönlich, nahbar, exzentrisch, emotional
Ideal für:
Coaches, Online Businesses, Kinder-Produkte
Display Fonts: Kreativ & Charakterstark
Ungewöhnliche, auffällige Schriften mit viel Persönlichkeit, die sich nicht einordnen lassen. Teilweise gut geeignet für Headlines und co – aber bitte nicht im Fließtext!

Steht für:
je nach Schriftart
Wirkung:
je nach Schriftart
Ideal für:
Kreative Marken, Social-Media-Branding, Kunstprojekte
So findest Du Deine passende Schrift
Du hast jetzt eine grobe Idee, was verschiedene Schriften ausstrahlen. Aber wie wählst Du konkret die richtige Typografie für Deine Marke?
Ultimativer Überblick und Leitfaden in einem.
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Noch nie war es so einfach, ein Branding strategisch aufzubauen. Das Branding Canvas leitet Dich Schritt für Schritt durch den Prozess.
Dabei beinhaltet mein Branding Canvas die gesamte Markenentwicklung: Vom Markenkern bis hin zum fertigen Logo – geil!
1. Deine Markenpersönlichkeit definieren
Stell Dir Deine Brand als Mensch vor: Wie spricht sie? Ist sie eher elegant oder bodenständig? Seriös oder verspielt? Deine Schriftart sollte das widerspiegeln. Du hast Deinen Markenkern noch nicht ausgearbeitet? Lies hier, wie das geht.
2. Deine Zielgruppe analysieren
Wer wird Deine Botschaft hauptsächlich lesen? Und in welchem Umfeld? Junge Menschen haben andere Anforderungen an die Lesbarkeit und andere Geschmäcker als Senioren oder Kinder. Außerdem macht es einen Unterschied, ob Deine Texte hauptsächlich auf Smart Phones konsumiert werden oder ob Du beispielsweise eine Speisekarte machst, die in schummrigen Licht gelesen werden soll…
Werde Dir bewusst, für wen Du schreibst. Hier kannst Du lesen, wie Du Deine Zielgruppe genau definierst.
3. Text-Hierarchien & Gliederung beachten
Nicht jede Schrift eignet sich für jede Funktion. Deine Inhalte brauchen eine klare Hierarchie:
- Überschrift: Darf auffallen – das kann eine markante Serif oder ein Display-Font sein. Hier steckt eine Menge Potenzial für Wiedererkennbarkeit und Einzigartigkeit.
- Fließtext: Muss leicht lesbar sein – eine Sans-Serif oder eine klassische Serifenschrift ist ideal.
- Akzent-Schrift: Eine dritte Schriftart kann sparsam für Highlights eingesetzt werden, z. B. eine Handschrift für emotionale Zitate. Definitiv ein Kann – fühlst Du Dich damit unsicher, lass es weg.
Schriften kombinieren und gekonnt in Szene setzen
Schriften kombinieren kann tricky sein – aber mit diesen Faustregeln klappt’s:
✓ Zwei bis maximal drei Schriften: Eine für Überschriften, eine für Fließtext. Maximal eine Akzent-Schrift dazu. Auch Schriftschnitte (also Bold, Kursiv, etc) zählen hier mit rein.
✓ Einheitliche Proportionen: Schriften mit ähnlicher Strichstärke oder x-Höhe (= die Höhe der Kleinbuchstaben) harmonieren oft besser.
HARMONISCHE SCHRIFTMISCHUNG

👉 Nutze eine Schriftfamilie mit mehreren Schnitten (z. B. dünn, fett, kursiv).

👉 Kombinationen innerhalb einer Schriftsippe (z. B. Slab + passender Sans-Serif)
Der große Vorteil hier: es funktioniert immer. Außerdem ist es einfach umzusetzen. Es wirkt sehr homogen, gelassen und zurückhaltend.
KONTRASTREICHE SCHRIFTMISCHUNG

👉 kombiniere Unterschiedliche Stile, z.B. eine elegante Script mit einer modernen Sans-Serif.

👉 Oder eine geradlinige, massive Sans-Serif mit einer lebendigen, traditionellen Serifenschrift.
Dadurch hast Du eine große emotionale Bandbreite und Ausdrucksstärke. Mit einer auffällige Headline schaffst Du Individualität, der Fließtext bleibt dabei gut lesbar.
FEHLER VERMEIDEN

🚫 zu viele Schrift-Stile mischen

🚫 zu extreme Stimmungen mischen

🚫 zwei ähnliche Schriften mischen

🚫 extrafamiliärer Wechsel in einer Zeile
Gelungene Beispiele für Schriftmischungen (und gute Fonts) findest Du auf meiner Pinwand.
4. Lesbarkeit checken
Stell dir einen Speaker auf der Bühne vor: charismatisch, eindrucksvoll – doch sie nuschelt ins Mikro. Wie lange würdet Du zuhören? Genau so ist es mit schwer lesbarer Schrift. Egal, wie gut der Inhalt ist – wenn die Typo anstrengend ist, wird sie ignoriert.
Bei Texten ist es das Gleiche:
Design ist toll – aber wenn niemand den Text lesen kann, bringt die beste Schriftart nichts. Teste Deine Typo auf verschiedenen Geräten, in unterschiedlichen Größen und Kontrasten. Zeig Deine Beispiele Freund:innen oder Deiner Zielgruppe und frag, ob sie die Texte gut lesen können. Und nimm ihr Feedback ernst.
5. SCHRIFTEN IN DEINEM BRANDING-KONTEXT TESTEN
Jetzt bist Du dran! Teste verschiedene Schriftkombinationen in Deinem Branding. Passt alles zusammen? Bleibt Deine Message glasklar? Falls nicht – ran an die Typo!
Wie wirken Deine Schriften, wenn Du sie mit Deinen Farben kombinierst? Eventuell willst Du das eine oder das Andere noch anpassen…?
Damit hast Du alles, was Du brauchst, um die genau für Dich passenden Schriftarten zu finden.
Fazit: Deine Schrift erzählt Deine Geschichte
Typografie ist Branding-Psychologie in Reinform. Sie macht Deine Marke nahbar, professionell oder mutig – je nachdem, welche Schriftart Du wählst.
Doch das Geheimnis eines starken Brand Typografie?
Die perfekte Schriftart findest Du nicht nur durch Lesen und Nachdenken. Du darfst ausprobieren, testen und spielen!
💡 Probier verschiedene Schriftarten aus.
💡 Kombiniere sie und sieh, was funktioniert.
💡 Teste Deine Auswahl auf Deiner Website, in Social Media und ausgedruckt.
Header-Bild © Sebastian Unrau, unsplash